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Neues Foto bei Farbvarianten aufgenommen.
Letztes Update: 06.11.2011
Vergesellschaftung:
Degus sind sehr soziale Tiere und sollten niemals alleine gehalten werden. Deshalb kommt praktisch jeder Deguhalter irgentwann in die Situation zwei oder mehrere fremde Degus aneinander gewöhnen zu müssen. Das nennt man allgemein vergesellschaften. Es ist nicht möglich fremde Degus einfach zusammen zu setzten. Normalerweise kommt es zwischen Degus, die sich nicht kennen zum Kampf, da der Unterlegene nicht fliehen kann, weil er sich in einem Käfig befindet, wird er getötet. Es gibt verschiedene Methoden der Vergesellschaftung, die meisten eignen sich nicht für Anfänger, weil das Risiko, dass bei falscher Einschätzung der Situation Tiere verletzt werden zu groß ist. Die Methode, die am häufigsten praktiziert wird und bei uns die höchste Erfolgsrate und das geringste Risiko hatte ist die Trenngittermethode:
1. In den Käfig sollte ein Trenngitter eingebaut werden, so dass jedes Tier/ jede Gruppe ihre eigene Käfighälfte hat, aber das andere Tier/ Gruppe sehen und riechen kann.
2. Die Tiere/Gruppen werden in die zwei Käfighälften gesetzt mit je einem Sandbad
3. Jeden Tag werden die Sandbäder auf die andere Seite gestellt-natürlich ohne den Sand zu wechseln
4. Alle 3-4 Tage tauschen die Tiere/Gruppen die Seiten
5. Nach ca. 2 Wochen, wenn sich die Tiere am Gitter ohne jede Aggression begegnen und miteinander zwitschern kann man eine direkte Zusammenführung riskieren
Für dieses erste Treffen ohne Trenngitter sollte man viel Zeit haben, d.h. am besten am Wochenende. Man sollte einen Ort wählen, der für alle Tiere unbekannt ist und nicht zu viel Platz bietet. Wir haben dafür ein extra Becken, viele Leute benutzen einfach die Badewanne. Es sollte Wasser und Heu zur Verfügung stehen, aber keine Einrichtungsgegenstände oder Leckerlies. Man sollte die Tiere für mehrere Stunden beobachten, denn es kann jederzeit zum Kampf kommen. Boxen und fiepen ist normal und häufig, sollten die Degus jedoch ein "Knäul" bilden und sich inenander verbeißen, muss man sofort dazischengehen. Wichtig: dicke Handschuhe bereithalten und anziehen sonst wird man gebissen. Oft wird ein Handtuch empfohlen, da ist die Chance gebissen zu werden aber ziemlich hoch. Für den Notfall leistet auch eine Bluhmensprühflasche gute Dienste. Die Degus nur ganz kurz ansprühen, nicht baden.
Kommt es zum Kampf und man muss die Tiere trennen, sollte man Punkt 2-4 für weitere 2-3 Wochen wiederholen und erst dann eine erneute Zusammenführung versuchen.
Sind die Tiere friedlich, sollte man den Käfig komplett Grundreinigen ( komplette Einstreu wechseln, alle Gegenstände gründlich reinigen oder austauschen ), wir desinfizieren den Käfig zusätzlich mit Alkohol. Den Käfig neu Einrichten und die Einrichtung möglichst anders platzieren, damit die "Alteingesessenen" den Käfig nicht als ihr Revier erkennen. Dann können Alle zurück in den Käfig ohne Trenngitter und mit frischem, gemeinsamen Sandbad.
Eine Vergesellschaftung mit gut sozialisierten Tieren dauert oft nur wenige Tage, v.a. wenn man die Tiere kennt. Es kann jedoch auch viele Wochen und mehrere Versuche benötigen, bis die Tiere vergesellschaftet sind. Das hängt von dem Charakter der Tiere ab und was sie durchgemacht haben. Man sollte niemals voreilig aufgeben. Im Internet liest man öfter von Tieren, die sich nicht vergesellschaften lassen, so einen Fall haben wir selbst jedoch noch nie erlebt.